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Informationen
Adipositas und morbide Adipositas (krankhafte
Fettleibigkeit) stellen
nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine chronische,
multifaktorielle, behandlungsbedürftige Erkrankung dar.| Erhöhtes Risiko |
Deutlich erhöhtes Risiko | |
| Männer | > 94 cm | > 102 cm |
| Frauen | > 80 cm | > 88 cm |
Begleiterkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck (Hypertonie),
Stoffwechselstörungen, Diabtetes Mellitus (Zuckerkrankheit), Erhöhung
der Blutfette, Erhöhung der Harnsäure im Blut und Gicht, Erkrankungen
des Stütz- und Bewegungsapparates, Psychische Störungen, Krebsrisiko,
Lungenkrankheiten (z. B. Schlafaponoe), Hormonelle Störungen
(Ausbleiben der Regel, Unfruchtbarkeit bei Frauen), Erkrankungen der
Gallenblase.
Laparoskopie
(Schlüssellochchirurgie) oder
Laparotomie (offener Zugang)?
| Laparotomie (offener Zugang) | |
![]() Schnittführung Galle |
Beim
offenen
Verfahren erfolgt ein langer Schnitt mit dem der Chirurg den Bauch öffnet, um sich Zugang zum Operationsgebiet zu verschaffen |
| Laparoskopie | |
![]() ![]() |
Bei
der
laparoskopischen OP wir eine kleine Videokamera in den Bauch
eingeführt, mit deren Hilfe der Chirurg seine Arbeit auf einem Monitor
verfolgen kann. Kamera und Instrumente werden in der Regel durch kleine Schnitte in der Bauchwand eingeschoben. Der Bauch wird mit Kohlenstoffdioxyd gefüllt, damit die Sicht erfolgen kann. Vorteile: + Weniger Schmerzen nach der OP + Seltener Wundinfektionen + Seltener Narbenbrüche + Raschere Genesung |
Zusammenfassende Übersicht der Operationsmethoden
Die konservative Behandlung ist in Langzeituntersuchungen bei morbider Adipositas erfolglos. Chirurgische Eingriffe werden in restriktive, malabsorptive, eine Kombination restriktiver und malabsorptiver sowie motilitätsbeeinflussende Eingriffe eingeteilt.
Das laparoskopisch implantierbare verstellbare Magenband ist eine effiziente restriktive Methode in der Behandlung der Mehrzahl morbid adipöser Patienten. Beim verstellbaren Magenband können Gewichtsverlust und Nahrungsaufnahme individuell den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden. Die Patienten dürfen mit einer durchschnittlichen Abnahme von 40 - 60% ihres übergewichtigen Anteils rechnen.
Das Magenband wird bei morbider Adipositas bei einem BMI bis zu maximal 50 erfolgreich eingesetzt. Bei einem BMI von über 50 werden häufig unbefriedigende Ergebnisse erzielt, da sich die dauerhafte Gewichtsreduktion bei den oben genannten 40 - 60% des Übergewichtes einpendelt. Voraussetzungen sind auch hohe Kooperationsbereitschaft (Compliance) und Selbstdisziplin des Patienten, da das Band "ausgetrickst" werden kann. Patienten ohne diese Voraussetzungen und so genannte Sweeteater (Aufnahme von vorwiegend hochkalorischen Getränken und Lebensmitteln) werden häufig Misserfolge erziehlen.
Diesen Patienten ist der Roux-en-Y-Magenbypass zu empfehlen, der zu einer durchschnittlichen dauerhaften Gewichtsreduktion von etwa 75% in den folgenden 2 Jahren der OP führt. Durch eine bessere Lebensqualitätsbeurteilung wird diese Operationsmethode besser beurteilt als restriktive Eingriffe (Magenband, Gastroplastik).
Patienten mit einem BMI grösser 55 - 60 sollten über eine Biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch (BPD-DS) nachdenken. Diese Operationsmethode erzielt in den ersten Jahren einen weitaus grösseren Gewichtsverlust als alle anderen Operationsmethoden. Im Durchschnitt sind 85 - 95% vom übergewichtigen Anteil zu reduzieren. Auch in Langzeitstudien über einen Zeitraum von 21 Jahren hielten die Patienten einen Verlust des Übergewichtes von 75% (BPD ohne Duodenalswitch). Damit ist das Verfahren auf lange Sicht bislang allen anderen Operationstechniken überlegen.
Die intragastrale Stimulation (Magenschrittmacher) ist derzeit der am wenigsten invasive chirurgische Eingriff. Mit einer Überschußgewichtsreduktion von maxiaml 30 % ist diese Methode jene mit der geringsten Gewichtsreduktion in den ersten beiden Jahren nach der Operation. Ein Einsatz bei einem BMI grösser 40 bis 45 sind daher fragwürdig. Auch ist dieses System mit hohen Folgekosten verbunden. Da die Batterie nur etwa 4 Jahre Strom liefert.
Risiko?
Unter Einhaltung der Sicherheitsempfehlungen weisen adipositaschirurgische Eingriffe ein verhältnismäßig geringes Risiko auf. An erfahrenen Zentren bedeutet dies ein Letalitätsrisiko von unter 0,3 %. Eine unbehandelte morbide Adipositas hat eine signifikant höhere Letalität als eine vergleichbare Gruppe operierter Patienten. Das laparoskopisch implantierbare verstellbare Magenband und die intragastrale Stimulation sind verhältnismäßig sichere chirurgische Operationsmethoden in der Behandlung der morbiden Adipositas. Der Roux-en-Y Magenbypass als effektive und der BPD-DS als sehr effektive malabsorptive Methode sollte wenigen, erfahrenen Zentren vorbehalten bleiben.
Aussichten?
Folgende durch die Adipositasbegünstigte bzw. -verursachte Krankheiten und Gesundheitsstörungen sind durch eine adipositaschirurgische Maßnahme besserungsfähig oder heilbar:
+ Diabetes Typ II
+ Bluthochdruck
+ Kardiovaskuläres Risiko
+ PCO-Syndrom (Unfruchtbarkeit/Menstruationsstörungen)
+ Arthrose an Gelenken
+ Schlafapnoe Syndrom
+ Kurzatmigkeit
+ Asthma
+ Refluxösophagitis und Sodbrennen
+ Depressionen
+ Fettstoffwechselstörungen (Kolesterine und Triglyceride)
+ Metabolisches Syndrom
+ Brustkrebsrisiko


