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Zirkuläre Dermofettresektion (Body-Lift) nach Lockwood

 

Nach adipositas-chirurgischen Eingriffen tritt fast immer eine Hauterschlaffung ein.

 

Die Tatsache, dass oftmals viele Problemzonen gemeinsam erschlafft sind, hat in der Vergangenheit häufig zu mehreren Einzellösungen wie Bauchdeckenstraffung mit Oberschenkelstraffung und Fettabsaugung oder Gesäß- und Hüftstraffung geführt. Hierbei wurde jedoch am Problemort geschnitten und nicht am Ort der Ursache. Beim Body-Lift Verfahren wird hingegen durch Repositionieren (Zurückbringen) das Absacken des erschlafften Gewebes behandelt. Das Rekonstruieren und Straffen der tiefer liegenden Gleitschichten in Kombination mit dem Lösen der Verwachsungszonen bis hin zum Knie führt hierbei zur Verbesserung der Körperkontur und Hautqualität. Gerade bei Folgen der  Hauterschlaffung nach starker Gewichtsreduktion haben die sogenannten Body-Lifts ihren großen Stellenwert.

 

Quelle: Plastische Chirurgie Krankenhaus Wesseling www.adipositas-zentrum.com
 

Operationsverfahren:

 

Man unterscheidet 2 Arten des unteren Body-Lifts. Bei der Original-Methode verläuft die Schnittführung von der Innenseite der Oberschenkel steil bogenförmig über den Beckenkamm und zieht dann flach abwärts Richtung Pofalte. Diese Methode eignet sich besonders, wenn die Hauterschlaffung an den Innen- und Außenseiten der Oberschenkel besteht und die Bauchdecke nur moderat betroffen ist. Eine Nabelversetzung wird in diesem Fall nicht durchgeführt, da der Oberbauch durch die seitliche Aufspannung nicht nur durch vertikalen Zug, wie bei der normalen Bauchdeckenplastik aufgespannt wird. Durch einen Verbindungsschnitt in Höhe des meist erschlafften Venushügels kann dieser mitgestrafft werden. Die resultierende Narbe hat ein Bikini-Schnitt-Design und kann den entsprechenden Anforderungen der Patienten und Patientinnen steil oder flach gestellt werden. Die sollte mit dem Operateur besprochen werden.

 

Ist die Erschlaffung der Bauchdecke stärker ausgeprägt, empfiehlt sich die Anwendung der Modifizierten-Methode, die prinzipiell wie eine Bauchdeckenstraffung mit fortgesetzter Oberschenkel- und Gesäßstraffung verläuft. Eine Nabelversetzung ist hierbei immer notwendig, sodass um den Nabel herum eine runde Narbe entsteht.

 

In Anlehnung an die beiden oben genannten Methoden benutzt das Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling seit 1999 eine "Kombinations-Methode", die bei sehr stark erschlafften Bauchdecken und Oberschenkeln, z. B. nach starkem Gewichtsverlust, zum Einsatz kommt. So hat man zusätzlich die Möglichkeit einen bestehenden Bauchdeckenbruch zu versorgen. Gleichzeitig eröffnet sich zusätzlich die Möglichkeit die meist stark betroffenen Oberschenkelinnenseiten mit zustraffen. Diese "Kombinations-Methode" wird deshalb ausschließlich Fällen mit extremen Hautüberschuss vorbehalten sein.

 

Die Operation wird in Allgemeinnarkose (Vollnarkose) durchgeführt und dauert zwischen 4 und 6 Stunden.

 
Von links nach Rechts:


Original Technik - Modifizierte Technik - Kombinations- Technik - Ansicht von hinten

 

Erfolgsaussichten

 

Es wird versucht, den maximalen Straffungseffekt zur Verbesserung des Hautreliefs zu erreichen. Hierbei sind den Operateuren auch technische Grenzen durch die Gewebebelastbarkeit vorgegeben.

 

Trotz sorgfältigster Operationstechnik lassen sich aber asymmetrische Ergebnisse sowie das Entstehen von verbreiterten Narben durch die Gewebespannung und spätes Absacken nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. Nach der Operation wird das Gewebe deutlich geschwollen sein. Diese Schwellung dauert erfahrungsgemäß einige Zeit an. Ein endgültiges Ergebnis ist erst nach 3 - 6 Monaten zu erwarten, wenn die Schwellung langsam verschwunden ist. Lymphdrainagen können hier den Verlauf günstig beeinflussen.

 

Bei extremen Fällen, z. B. nach sehr starken Gewichtsreduktionen, können weitere Operationen erforderlich sein, bei denen dann Nachstraffungen oder lokale Fettabsaugungen durchgeführt werden müssen.

 

Zum Vorgespräch im Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling gehört auch eine Präsentation über die Operation und deren Ergebnisse anhand  von Fotografien.

 

Nach der Operation

 

hat man in etwa 6 Drainagen, Infusionen und je nach dem einen Blasenkatheter, sodass man zunächst recht unbeweglich ist. Dennoch wird man vom geschulten Pflegepersonal frühzeitig mobilisiert werden und Antithrombosestrümpfe- und spritzen zur Reduzierung des Thromboserisikos erhalten. Durch regelmäßiges Wadenpumpen kann man aktiv gegen dieses Risiko mitwirken.

 

Wann man wieder Duschen, Baden und Sport treiben darf, hängt vom Umfang des Eingriffes und vom Heilungsverlauf ab. Im eigenen Interesse sollte man sich unbedingt an die Empfehlungen, die bei der Entlassung gegeben werden, halten. Es wird ein Nachuntersuchungstermin vereinbart. Man sollte nicht zögern, sich umgehend mit dem Krankenhaus bzw. Operateur in Verbindung zu setzen, falls einem etwa beunruhigt.

 

Mögliche Komplikationen

 

Den Erfolg seiner Behandlung und ihre Risikofreiheit kann kein Arzt garantieren. Die allgemeinen Gefahren operativer Eingriffe wie Thrombose (Bildung von Blutgerinnseln und Embolien, Schlagaderverschlüsse durch verschleppte Gerinnsel), sind dank der Fortschritte der Medizin seltener geworden. Die Ärzte können mehr als früher dagegen tun. Dennoch ist die Größe des operativen Eingriffs und die damit verbundene Erhöhung der Risiken zu bedenken. Denken Sie sie bei allen Komplikationen daran, dass eventuell erhebliche Ausfallzeiten am Arbeitsplatz entstehen können!

 

Wundinfektionen, Durchblutungs- und Heilungsstörungen, die zu langwierigen und schmerzhaften Entzündungen sowie zu Gewebeverlust (Nekrosen), Formveränderungen und auffälligen entstellenden Narben führen können, sind dank der modernen Operationstechniken und hochwirksamer Antibiotika extrem selten. Schlimmstenfalls sind weitere Operationen und Korrekturen erforderlich.

 

Unverträglichkeiten des Nahtmaterials mit den oben genannten Folgen sind nicht vorhersehbar und können ebenfalls in einer aufwendigen Nachbehandlung mit eventueller Korrekturnotwendigkeit von verbreiterten Narben enden. Besprechen Sie auch die schädlichen Auswirkungen von Nikotin auf die Wundheilung mit Ihrem Arzt und überlegen Sie, was Sie durch Nikotinkarenz positiv für sich bewirken können.

 

Narbenbildungen sind individuell verschieden und können von feinsten Verläufen bis zu entstellenden und schmerzhaften Wucherungen jede Form annehmen. Bedenken Sie die beachtliche Länge der auftretenden Narben und die Spannungen auf den Narben, die unter Umständen zu oben genannten Befunden führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was Sie alles für eine gute Nabenbildung tun können.

 

Trotz sorgfältiger Blutstillung mit feinsten Geräten können gelegentlich Nachblutungen im Operationsgebiet auftreten. Hier wird eine sofortige operative Entfernung des Blutergusses erfolgen müssen.

Aufgrund der großen Wundfläche können Blutergüsse und Gewebswasseransammlungen trotz Einlage von Drainagen längere Nachbehandlungen durch Punktionen und Druckverbände oder gar Operationen erforderlich machen. Das Tragen eines Kompressionsmieders kann bei ihnen erforderlich aber auch schädlich sein. Der Operateur bespricht mit Ihnen, was im konkreten Fall sinnvoll ist.

 

Im gesamten Operationsgebiet treten Nerven aus, die für das Gefühl der Bauchdecke, der Oberschenkel, der Hüfte und des Gesäßes verantwortlich sind. Sie können durch die Operation vorübergehend, aber auch dauerhaft geschädigt werden, was zu einer Gefühlsstörung in diesen Bereichen führen kann.

 

Die Gewebespannung kann durch die Operation in der ersten Zeit, aber auch langfristig, als unangenehm und schmerzhaft empfunden werden und zu Haltungsschäden führen, die eventuell intensiver Gymnastik bedürfen.

Quelle: Dr. med. D. Richter, Dreifaltigkeits-Krankenhaus, Wesseling