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Roux-en-Y Magenbypass (Gastric Bypass)1966 wurde der Magenbypass von Mason und Ito eingeführt
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Der laparoskopische Magenbypass ist ein klassisches Kombinationsverfahren zwischen restriktiver (Einschränkung der Nahrungsaufnahme) und malabsorptiver (Mangelverdauung vor allem von Fett, etwa 40%) Operationstechnik. Er kommt vor allem zum Einsatz bei Patienten mit einem sehr hohem Body-Mass-Index (>50) oder bei Patienten, bei denen ein Magenband aufgrund z. B. Sweeteater-Neigung nicht angezeigt ist.
Der laparoskopische Magenbypass ist im Gegensatz zum laparoskopischen Magenband ein Eingriff, bei dem Magen und Dünndarm durchtrennt und wieder neu miteinander verbunden werden. Dieser Eingriff kann nur durch hohen Aufwand wieder rückgängig gemacht werden.
Der laparoskopische Eingriff macht mindestens 6 Trokarzugänge notwendig, die allesamt im Oberbauch und Mittelbauch platziert werden. Im ersten Schritt findet die Abtrennung des Anfangteils des Magens (Fundus) vom Restmagen statt, wodurch ein kleines Magenreservoir (Vormagen, Pouch) geschaffen wird. Die Größe des Pouches liegt zwischen 15 und je nach dem bis 30 ccm und der Magenausgang in den Dünndarm hat einen Durchmesser von etwa 1 cm. Anschließend wird der Dünndarm ebenfalls im oberen Anteil durchtrennt und ein so genannter alimentärer Schenkel an den Magen verbunden.
150 cm (beim medialen Magenbypass) unterhalb dieser Verbindung vom Magen zum Dünndarm wird dann der restliche Dünndarm wieder Y-Förmig mit diesem alimentären Schenkel verbunden. Der biliopankreatische Schenkel (biliopancreatic limb) fördert vor allem Verdauungsenzyme, welche von der Bauchspeicheldrüse kommen und Gallensaft, welcher zur Aufspaltung von Fetten in der Nahrung benötigt wird. Erst nach Vereinigung von biliopankreatischen und alimentärem Schenkel kann die Nahrung vollständig in den Dünndarm absorbiert werden. Der gemeinsame Schenkel sogenannter Common-Channel ist im wesentlichen bestimmend wie viel von der Nahrung noch aufgenommen werden kann.
Durch die unterschiedliche Wahl der Länge von biliopankreatischem- und alimentärem Schenkel kann die malabsorptive Komponente verändert werden: Man unterscheidet in proximal (ungefähre Länge des alimentären Schenkels 100 cm und des Common-Channel 500 cm),
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medial (ungefähre Länge des alimentären Schenkels zwischen 150 und 200 cm und des Common-Channel 150 und 200 cm)
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und distal (ungefähre Länge des alimentären Schenkels zwischen 150 und 200 cm und des Common-Channel von unter 60 cm).
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Der laparoskopische Magenbypass ist eine Operation, welche je nach der Erfahrung des Operateurs zwischen 90 und180 Minuten dauert. Der Patient bleibt nach der Operation während der ersten 2 Tage nüchtern und nach einer ggf. durchgeführten Röntgendichtigkeitskontrolle der neuen Verbindungen beginnt die Trinkphase mit etwa 4 mal 20ml am 3. Tag. Am 4. Tag ist freies Trinken möglich, man sollte jedoch sehr vorsichtig trinken. Der Kostaufbau ab dem 5. postoperativen Tag. In der Regel werden Patienten nach unkompliziertem Verlauf um den 6. Tag nach Hause entlassen.
Bezüglich Patientenkomfort und Gewichtskontrolle werden gute Resultate erzielt. Der prozentuale Übergewichtsverlust beträgt je nach Operateur und Wahl der Schlingenlänge im Durchschnitt zwischen 50 und 75%.
Ein Magen-Bypass führt aber nicht nur zu einem früheren Sättigungsgefühl und zu einer reduzierten Nahrungsaufnahme und -verdauung: Mit zu fetter Nahrung, Süßigkeiten und süßen Getränken kann auch ein «Dumping-Syndrom» ausgelöst werden. Dessen unangenehme Symptome – Übelkeit, Herzrasen, Blutdruckabfall, Konzentrationsschwäche, Erbrechen Durchfall etc. – verleiden dem Patienten nachhaltig den Konsum von Süßigkeiten und zu fetter Nahrung.
Dumping-Syndrom:
Beschwerdekomplex, der als Folge einer teilweisen oder vollständigen operativen Entfernung des Magens durch den plötzlichen Übertritt des Speisebreis in den Dünndarm auftritt. Man unterscheidet zwischen dem Frühdumping-Syndrom und dem Spätdumping-Syndrom. Bei beiden Formen ist eine Verbesserung der Symptomatik durch diätetische Maßnahmen zu erzielen. Bei der Zufuhr von Kohlenhydraten eignen sich besonders ballaststoffreiche Vollkornprodukte, während zuckerhaltige Speisen und Getränke zu meiden sind. Die Flüssigkeitszufuhr sollte nicht zu den Mahlzeiten erfolgen. Stark gesalzene Speisen wirken sich ebenfalls ungünstig aus.
Früh-Dumping-Syndrom:
Spezielle Symptomatik des Dumping-Syndroms, bei der es kurz nach der Nahrungsaufnahme zu einer Abnahme des Blutdrucks kommt. Das Früh-Dumping-Syndrom wird ausgelöst durch eine starke Dehnung des oberen Dünndarms und durch Wassereinstrom aus der Blutbahn in das Darminnere.
Spät-Dumping-Syndrom:
Spezielle Symptomatik des Dumping-Syndroms, bei der es etwa 1-2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme zu einer Unterzuckerung mit den damit verbunden Symptomen (z.B. Schwächegefühl, Schweißausbruch und Konzentrationsschwierigkeiten) kommt. Der rasche Eintritt des Speisebreis in den Dünndarm führt zu einer gesteigerten Resorption von Kohlenhydraten (v.a. von Zucker). Der dadurch bedingte rapide Blutzuckeranstieg löst eine erhöhte Insulinsekretion aus, die den Blutglucosespiegel unter die Norm absinken lassen. Neben den diätetischen Maßnahmen (Dumping-Syndrom) scheint sich die Zufuhr von Substanzen, die die Glucoseresorption verlangsamen, positiv auf das Krankheitsbild auszuwirken.
Als Langzeitkomplikation kann ein Eisen-, Calcium-, Vitamin-B und Folsäuremangel sowie Mangel fettlöslicher Vitamine (A, D, E und K) auftreten. Aus diesem Grund ist eine engmaschige Kontrolle der Blutwerte besonders hier der Vitamine und Spurenelemente in den ersten 2 Jahren etwa alle 3 Monate erforderlich. Ist der Patient durch seine Vitamin- und Spurenelementsupplementation gut eingestellt, kann dann zu größeren Abständen übergegangen werden.
Während im deutschsprachigen Raum diese Methode seit Ende der 90er Jahre eine Renaissance erfährt, ist der Magenbypass in den USA heute der Goldstandard und somit der am häufigsten durchgeführte Eingriff.
Quelle: Dr. Karl Miller und Prof. Dr. R. A. Weiner
Abbildungen The Surgical Weight Loss Clinic, PLLC© Copyright, 2004.



